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Material/Technik:
Unter Augmentation versteht man die Induktion
von Wachstum des natürlichen Knochens. Der Raum, in den der
natürliche Knochen einwachsen soll, wird zunächst operativ
vorbereitet. Eine Standardmethode ist das Spannen einer Collagen-Membran
über den Augmentations-Bereich; dieser Bereich zwischen der
Membran und der natürlichen Knochenoberfläche wird mit
künstlichem Knochengranulat ausgefüllt. Der natürliche
Knochen durchwächst in den Folgemonaten das Knochengranulat,
er vergrößert sich damit nachhaltig.
Mögliche Verwendung:
a) zur Vergrößerung der Knochenmasse, um Implantate setzen
(= inserieren) zu können.
Im Seitenzahnbereich des Oberkiefers befindet sich oft nur eine
dünne Knochenlamelle zwischen Kieferhöhle und Mundhöhle.
Der Knochen in diesem Bereich wird in der Regel vor dem Setzen von
Implantaten in die Kieferhöhle hinein augmentiert, das heißt
vergrößert. Hierzu wird die Kieferhöhlenschleimhaut
angehoben, eine Membran gespannt und die ehemalige Basis der Kieferhöhle
mit künstlichem Knochengranulat ausgefüllt (Abbildung
1) – man bezeichnet diese Technik als Sinus-Boden-Elevation
oder kurz als „sinus-lift“. Neun Monate nach dem Sinus-Lift
können in der Regel die Implantate gesetzt werden, die dann
etwa nach sechs weiteren Monaten belastbar sind.
Im Unterkieferseitenzahnbereich bevorzugen wir sogenannte einzeitige
Methoden, das heißt die gleichzeitige Implantation und Augmentation.
Dies ist möglich, wenn nur geringfügig Knochenvolumen
aufgebaut werden muss. Die langfristige Prognose einer großflächigen
Augmentation im Unterkiefer halten wir für schlecht: In Körperhöhlungen
hinein (wie zum Beispiel in die Kieferhöhle) gelingen großvolumige
Augmentationen in der Regel gut und sind auch langfristig stabil.
Im Unterkiefer stehen solche Höhlungen nicht zur Verfügung;
man müsste also den Unterkieferkörper zur Mundhöhle
hin flächig aufbauen; die langjährige Erfahrung zeigt,
dass ein solcher Aufbau langfristig meist wieder abgebaut wird und
damit auch dort plazierte Implantate gefährdet wären.
b) Zum Aufbau eines durch Parodotitis zerstörten knöchernen
Zahnhalteapparates: Durch Parodontitis verursachte kraterförmige
Einbrüche des knöchernen Zahnhalteapparates, die den Halt
einer Zahnwurzel gefährden, können ebenfalls durch Membrantechnik
und Auffüllen mit künstlichem Knochen wieder regeneriert
werden. Auch hier wird unterhalb der Membran künstliches Knochenwachstum
in den ehemaligen Defekt hinein induziert (Abbildung 2). Der flächige
Aufbau eines generellen, horizontalen Knochenabbaus hingegen hat
eine schlechte Prognose und wirkt nach jetzigen Erkenntnissen nicht
nachhaltig.
Erfolgsaussichten und Prognose:
Knochenkrater und Knochenhöhlungen lassen sich mit langfristig
guter Prognose nachhaltig augmentieren.
Horizontale, flächige Knochenvergrößerungen haben
eine eher schlechte Prognose: Sie werden über
die Jahre meist größtenteils wieder abgebaut.
Kosten:
– Sinus-Lift: etwa 2000 Euro
– begrenzte Augmentation im Zusammenhang mit einer Implantation:
etwa 900 bis 1000 Euro.
– begrenzte Augmentation in einem Knochenkrater zur parodontalen
Stabilisierung eines natürlichen Zahnes:
etwa 900 bis 1000 Euro. (Preise Stand 2002)
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