Dr. Wolfgang Meyer - Zahnarzt

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Augmentationen

   

(Induktion von Knochenwachstum / künstliche Knochenvergrößerung)

 


Material/Technik:

Unter Augmentation versteht man die Induktion von Wachstum des natürlichen Knochens. Der Raum, in den der natürliche Knochen einwachsen soll, wird zunächst operativ vorbereitet. Eine Standardmethode ist das Spannen einer Collagen-Membran über den Augmentations-Bereich; dieser Bereich zwischen der Membran und der natürlichen Knochenoberfläche wird mit künstlichem Knochengranulat ausgefüllt. Der natürliche Knochen durchwächst in den Folgemonaten das Knochengranulat, er vergrößert sich damit nachhaltig.


Mögliche Verwendung:

a) zur Vergrößerung der Knochenmasse, um Implantate setzen (= inserieren) zu können.

Im Seitenzahnbereich des Oberkiefers befindet sich oft nur eine dünne Knochenlamelle zwischen Kieferhöhle und Mundhöhle. Der Knochen in diesem Bereich wird in der Regel vor dem Setzen von Implantaten in die Kieferhöhle hinein augmentiert, das heißt vergrößert. Hierzu wird die Kieferhöhlenschleimhaut angehoben, eine Membran gespannt und die ehemalige Basis der Kieferhöhle mit künstlichem Knochengranulat ausgefüllt (Abbildung 1) – man bezeichnet diese Technik als Sinus-Boden-Elevation oder kurz als „sinus-lift“. Neun Monate nach dem Sinus-Lift können in der Regel die Implantate gesetzt werden, die dann etwa nach sechs weiteren Monaten belastbar sind.

Im Unterkieferseitenzahnbereich bevorzugen wir sogenannte einzeitige Methoden, das heißt die gleichzeitige Implantation und Augmentation. Dies ist möglich, wenn nur geringfügig Knochenvolumen aufgebaut werden muss. Die langfristige Prognose einer großflächigen Augmentation im Unterkiefer halten wir für schlecht: In Körperhöhlungen hinein (wie zum Beispiel in die Kieferhöhle) gelingen großvolumige Augmentationen in der Regel gut und sind auch langfristig stabil. Im Unterkiefer stehen solche Höhlungen nicht zur Verfügung; man müsste also den Unterkieferkörper zur Mundhöhle hin flächig aufbauen; die langjährige Erfahrung zeigt, dass ein solcher Aufbau langfristig meist wieder abgebaut wird und damit auch dort plazierte Implantate gefährdet wären.

b) Zum Aufbau eines durch Parodotitis zerstörten knöchernen Zahnhalteapparates: Durch Parodontitis verursachte kraterförmige Einbrüche des knöchernen Zahnhalteapparates, die den Halt einer Zahnwurzel gefährden, können ebenfalls durch Membrantechnik und Auffüllen mit künstlichem Knochen wieder regeneriert werden. Auch hier wird unterhalb der Membran künstliches Knochenwachstum in den ehemaligen Defekt hinein induziert (Abbildung 2). Der flächige Aufbau eines generellen, horizontalen Knochenabbaus hingegen hat eine schlechte Prognose und wirkt nach jetzigen Erkenntnissen nicht nachhaltig.


Erfolgsaussichten und Prognose:

Knochenkrater und Knochenhöhlungen lassen sich mit langfristig guter Prognose nachhaltig augmentieren.
Horizontale, flächige Knochenvergrößerungen haben eine eher schlechte Prognose: Sie werden über
die Jahre meist größtenteils wieder abgebaut.

Kosten:

– Sinus-Lift: etwa 2000 Euro
– begrenzte Augmentation im Zusammenhang mit einer Implantation: etwa 900 bis 1000 Euro.
– begrenzte Augmentation in einem Knochenkrater zur parodontalen Stabilisierung eines natürlichen Zahnes:
   etwa 900 bis 1000 Euro. (Preise Stand 2002)

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Abbildung 1: Sinus-Lift

Au – augmentierter Bereich in Kieferhöhle
KS – „angehobene“ Kieferköhlenschleimhaut
M – Membran (blau mit Fixationsnägeln, schwarz)
Mu – Mundhöhle

 


Abbildung 2: Augmentation in einen parodontalen Knochenkrater (Parodontitis-Knochen-Defekt des Zahnhalteapparates)

Au – augmentierter Bereich in ehemaligen parodontalen Knochenkrater
M – Membran (blau mit Fixationsnägeln, schwarz)
Z – natürliches Zahnfleisch

 


Knochen„angebot“ im Oberkieferseitenzahnberiech vor Sinus-Lift (man beachte die dünne Knochenlamelle zwischen Mundhöhle und Kieferhöhle; Pfeile)

 


Zustand nach Sinus-Lift und Augmentation – augmentierter Bereich ist markiert

 

Zustand vor Augmentation; tiefe parodontale Knochentasche (markiert)

 

Zustand nach Augmentation (augmentierter Bereich markiert)

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