Dr. Wolfgang Meyer - Zahnarzt

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Gefahren für die Zähne

   

Röntgenbild zeigt Karies

Ein Röntgenbild zeigt Karies, die sich im Zahnzwischenraum gebildet hat (vergl. Pfeilmarkierungen).
Äußerlich betrachtet erscheinen solche Zähne häufig völlig intakt.
Erst ein Röntgenbild macht den eingetretenen Schaden sichtbar. Der Patient hatte keinerlei Schmerzen, obwohl die Karies an zwei Zähnen den Zahnnerv schon fast erreicht hatte.
Bei regelmäßiger Pflege mit Zahnseide können solche Schäden vermieden werden.

Kunststoffüllungen

Kunststoffüllungen haben zwar (zunächst) ein zahnfarbenes Aussehen. Sie sind aber für den Kauflächenbereich der Seitenzähne ungeeignet. Sie halten dem Kaudruck nicht dauerhaft stand und bilden schnell Randspalten. Es kommt deshalb sehr leicht zur Kariesentstehung unter den Füllungen (Sekundärkaries).

überstehende Füllungen

Im Zahnzwischenraum überstehende Füllungen machen eine Reinigung in diesem Bereich unmöglich. Speisereste sammeln sich in den entstandenen Schmutznischen.
Neben einer Wurzelkaries (vergl. Pfeilmarkierung) ist es zu einer Schädigung des Zahnhalteapparates (Parodontitis/Parodontose - vergl. Pfeilmarkierung) gekommen, der Knochen hat sich um einige Millimeter abgebaut. Die Patientin hatte keine Schmerzen, ihr fiel nur der "schlechte Geschmack" in diesem Bereich auf.

Kronenränder stehen breit vom Zahn ab

Das Röntgenbild zeigt eine schlecht sitzende Krone, die Kronenränder stehen breit vom Zahn ab.
Abstehende Kronenränder sind Schmutznischen, die einer Reinigung kaum zugänglich sind. Außerdem wäscht der Zement, mit dem die Krone befestigt ist, sehr leicht aus; so ensteht ein Hohlraum zwischen Krone und Zahnsubstanz. Folgen sind meist eine versteckte Kariesbildung unter der Krone und eine Zahnfleischentzündung im Bereich des Kronenrandes

Schlupfwinkel für karies- und Parodontose verursachende Bakterien

Nach Abnahme der Krone wird eine tiefe Karies sichtbar. Im Röntgenbild wird diese von der Krone verdeckt, ist also nicht sichtbar.

Nicht glatt anliegende Füllungen oder Kronen wirken sich schädigend auf Zahn und Zahnhalteapparat aus: Im Bereich der abstehenden Ränder kann schlecht gereinigt werden; es bilden sich Schlupfwinkel für karies- und Parodontose verursachende Bakterien. Die Schäden bleiben meist viele Jahre verborgen, wenn sie nicht frühzeitig diagnostiziert werden.


Dünne Zahnhöcker sind bruchgefährdet


Dünne Zahnhöcker sind bruchgefährdet. Sie müssen deshalb mit einer zahnärztlichen Restauration so abgedeckt oder verklebt werden, daß diese Gefahr ausgeschlossen ist. Die langfristig sichere Versorgung eines solchen Zahnes ist nur mit einer vollkeramischen Teilkrone oder einem Goldonlay gewährleistet.

Abbildung Links:
Gebrochener Zahnhöcker an einem mit einer Gußfüllung (Inlay) versorgten Zahn.

Kontrollröntgenbild einer Wurzelfüllung an einem hinteren Backenzahn.


Liegt eine Schädigung des Zahnnervens oder eine Entzündung an der Wurzelspitze vor, dann ist zum Zahnerhalt eine Wurzelkanalbehandlung erforderlich. Anzahl, Verlauf und exakte Länge der Wurzelkanäle müssen hierzu festgestellt werden. Die Kanäle müssen mit speziellen, zum Teil von Hand individualisierten Feilen erweitert und geglättet werden. Schließlich müssen die Kanäle vollständig und mit hoher Dichtigkeit abgefüllt werden, damit keine bakteriell infizierten Hohlräume zurückbleiben. Kontrollen mit Röntgenbildern sind erforderlich. Insgesamt sind zwei bis drei Sitzungen notwendig - manchmal, insbesondere wenn der die Wurzelspitze umgebende Knochen bereits infiziert ist, auch mehr als drei Sitzungen.

Abbildung links:
Kontrollröntgenbild einer Wurzelfüllung an einem hinteren Backenzahn.



Ein sorgfältig wurzelgefüllter Zahn kann genauso dauerhaft und risikolos erhalten bleiben wie einer mit intaktem Zahnnerv. Entscheidend ist jedoch, daß der Behandler sich genügend Zeit nehmen kann, um die Arbeit mit hoher handwerklicher Präzision durchzuführen.
Prof. Weine, ein anerkannter auf Wurzelkanal-Behandlungen spezialisierter Zahnarzt aus Chicago, rechnet für die Behandlung eines Wurzelkanales mit circa 60 Minuten (bei einem dreiwurzeligen Backenzahn also etwa drei Stunden).
Selbst durch Wurzelkanalinfektionen hervorgerufene, krankhafte Prozesse im Kieferknochen können nach einer Wurzelkanalbehandlung meist ohne chirurgische Entfernung der Wurzel-spitze (oder gar des ganzen Zahnes) ausheilen.

Abbildung links links: Vorderer Backenzahn mit chronischem Entzündungsprozeß an der Wurzelspitze.

Abbildung links rechts: Ein Jahr nach Durchführung einer Wurzelkanalbehandlung ist die Wurzelspitze entzündungsfrei - es hat sich neuer Knochen gebildet. Damit der Zahn später eine Krone tragen kann, mußte er zusätzlich mit einem im Wurzelkanal verankerten Goldaufbau stabilisiert werden. Dazu mußte der obere Teil der Wurzelfüllung entfernt werden.

Schneidekantenabrieb der Frontzähne durch funktionelle Überlastung der Zähne


Schneidekantenabrieb der Frontzähne durch funktionelle Überlastung der Zähne


Schneidekantenabrieb der Frontzähne durch funktionelle Überlastung der Zähne (hier: nächtliches Knirschen).
Charakteristisch ist, daß sich die Kauflächenüberlastung indirekt auf die Zahnhälse auswirkt: Da der Zahn in sich elastisch ist, kommt es im statisch schwächsten Bereich (am Zahnhals) zu einer Ablösung von Schmelzkristallen: Es bilden sich keilförmige Zahnhalsdefekte, und das Zahnfleisch - und damit die darunter liegende Knochenlamelle - geht sekundär zurück. In einem solchen Fall müssen die Ursachen der Fehlbelastung aufgeklärt und durch eine funktionelle Vorbehandlung behoben werden.
Zahnhalsdefekte können auch die Folgen einer falschen Zahnputztechnik sein oder, wenn sie funktionell bedingt sind, durch falsche Putztechnik verstärkt werden.



Kiefergelenkbewegungen, Kaumuskulatur und die Kauflächen der Zähne sind einem komplizierten funktionellen Zusammenspiel unterworfen. Das Kiefergelenk ist sozusagen die Drehachse beim Aufeinandergleiten der Kauflächen. Bei Unterkieferbewegungen müssen die Mahlkontakte der Zähne deshalb mit den Bewegungsbahnen der Kiefergelenke harmonieren.

Störkontakte oder eine falsche Zusammenbißlage können langfristig zu Schäden am Kiefergelenk (Gelenkknacken, Schäden am Gelenkknorpel etc.) und an den Zähnen (z.B. Schmelzabrieb durch Knirschen, Parodontose und Zahnwanderungen/Lückenbildung durch Fehlbelastung) führen. In manchen Fällen klagen die Betroffenen über unerklärliche Kopfschmerzen und Verspannungen im Kaumuskel- und Nackenbereich. Meist sind sich die Patienten - auch durch Gewöhnung an den bestehenden Zusammenbiß - der Schädigung nicht bewußt.

Abbildung links:
Restaurationen aus Gold oder Keramik werden in einem Gelenksimulator hergestellt, weil die Formung der Kauflächen wesentlich von den Bewegungen des Kiefergelenkes abhängt. Der Zusammenbiß kann so individuell und naturgemäß gestaltet werden und nicht nur 'nach Gefühl' oder nach Durchschnittswerten.
Dieses funktionell orientierte Arbeiten trägt wesentlich zur dauerhaften Gesunderhaltung der Zähne bei. Fehlbelastungen können so gezielt beseitigt und vermieden werden.



Bei krankhaften Veränderungen des Kiefergelenkes und bei umfassenden Zahnsanierungen und Bißlagekorrekturen ist es notwendig, eine genaue Aufzeichnung der Kiefergelenkbahnen durchzuführen.
Wir benutzen hierzu einen sogenannten Computeraxiographen (Abb. links).
Die Informationen aus der Vermessung können zu einer sehr genauen Einstellung des Gelenksimulators und zu einer gezielten, therapeutischen Umgestaltung der Kauflächen genutzt werden. Kiefergelenkanomalien und -erkrankungen können so langfristig günstig beinflußt werden.

Gelenkbahnaufzeichnung


Gelenkbahnaufzeichnung


Beispiel einer computergestützten Gelenkbahnaufzeichnung.

Darstellung 1 und 4
zeigen die Bahnen des Kiefergelenkes von der Seite betrachtet,







Darstellung 2 und 3
dienen zur Bestimmung einer optimalen Kiefergelenklage.

Individuell im Gelenksimulator gestaltete Kauflächen


Individuell im Gelenksimulator gestaltete Kauflächen, hier aus Gold

Beläge und Zahnstein verfestigen sich im Laufe der Jahre, wenn sie nicht regelmäßig entfernt werden. Es bilden sich Konkremente, eine der Zahnwurzel unter dem Zahnfleisch fest anhaftende, steinharte Matrix aus Bakterien und Mineralien. Konkremente bewirken zunächst eine Entzündung des Zahnfleisches (Gingivitis), in einem späteren Stadium kommt es zu einem Abbauprozeß des Knochens (Parodontitis/Parodontose). Zahnfleischtaschen werden, wenn nichts dagegen unternommen wird, so Jahr für Jahr etwas tiefer. Erst in der letzten Phase kommt es zu einer Lockerung der Zähne.
Zahnärztliche Arbeiten müssen glatt anliegen und insbesondere in den Zahnzwischenräumen (zum Beispiel unterhalb von Brückengliedern) gut zu reinigen sein, damit sich in Schmutznischen keine Konkremente bilden können.



Links durch Zahnstein hervorgerufene Zahnfleischentzündung (Gingivitis), rechts durch Konkremente hervorgerufene Entzündung des knöchernen Zahnhalteapparates (Parodontitis).
Zst = Zahnstein; Zfl = entzündetes Zahnfleisch; Ko = Konkremente; Kn = Knochenabbau (Parodontitis)

Die Entfernung von Konkrementen und Entzündungsgewebe muß meist unter Lokalanästhesie (örtliche Betäubung) erfolgen. Dabei gibt es Methoden, die völlig schmerzfrei sind und bei denen auch kaum Nachbeschwerden zu erwarten sind. In manchen Fällen kann es zu einer vorübergehenden Empfindlichkeit von Zahnhälsen kommen.

Parodontitis mit extremem Knochenabbau


Parodontitis mit extremem Knochenabbau. Das ursprüngliche Niveau des knöchernen Zahnfaches ist markiert (Linie).


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