Dr. Wolfgang Meyer - Zahnarzt

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Implantate

 


Material/Technik:

Ein Implantat ist ein Titanzylinder mit spezieller Oberflächenstruktur, der sich fest mit „angefrischtem“ Knochen verbindet und somit als künstliche Zahnwurzel in den Kieferknochen „eingepflanzt“ werden kann. Nach einer Einheilzeit von vier bis sechs Monaten, während der das Implantat nicht belastet werden darf, kann eine individuell an die Patientenverhältnisse angepasste Krone angefertigt und aufgesetzt werden. Auf das Implantat wird zunächst ein individueller Kronenstumpf aufgeschraubt (= Abutment); auf diesen wird dann, wie auf einen präparierten natürlichen Zahn, die eigentliche Krone aufzementiert (vgl. Abbildung auf der Folgeseite).

Implantate brauchen eine Mindestlänge, damit sie dauerhaft funktionieren können; sollte der vorgefundene natürliche Knochen nicht ausreichend voluminös sein, muss der Knochen zur Aufnahme des Implantates künstlich vergrößert werden (Augmentation).

Mögliche Verwendung:

a) wenn hintere Backenzähne im Hauptkaubereich fehlen und alternativ nur eine herausnehmbare Prothese in Frage käme

b) zur Vermeidung von Brücken, wenn die einer Lücke benachbarten Zähne bislang kaum Defekte aufweisen und deshalb für eine Brücke unverhältnismäßig viel Zahnsubstanz geopfert werden müsste

c) zur Vermeidung weitspanniger Brücken (zum Ersatz von mehr als einem Zahn), da deren Prognose erheblich schlechter als die einer Einzelzahnversorgung ist; dies gilt insbesondere im Unterkiefer, da es dort wegen der Elastizität des Unterkieferkörpers leicht unmerklich zum Lösen eines Brückenankers kommt (die Brücke ist nämlich starr)

d) als neue oder zusätzliche Ankerzähne, um schlecht sitzende Total- oder Teilprothesen besser zum Halten zu bringen.

Stabilität/Haltbarkeit:

Implantate: Je nach Schwierigkeitsgrad des operativen Eingriffs sind in 1 bis 5 Prozent der Fälle primäre Abstoßungsreaktionen zu erwarten; wenn ein Implantat nicht einheilen sollte, dann kann an der gleichen Stelle nach etwa 3 bis 4 Monaten ein etwas breiteres Implantat eingesetzt werden (auch hier ist die Wahrscheinlichkeit der Abstoßung nicht erhöht).

Ist ein Implantat einmal fest eingeheilt, dann ist die Prognose ähnlich gut wie die einer natürlichen Zahnwurzel; Voraussetzungen sind gute häusliche Zahnpflege, regelmäßige zahnärztliche Inspektion und perfekte Form und Belastungs-Verhältnisse des implantatgetragenen Zahnersatzes.

Vorteile:

– Vermeidung von herausnehmbarem Zahnersatz
– Schonung natürlicher Zahnsubstanz
– Verbesserte Prognose auch für die natürlichen Zähne, da durch „Vermehrung“ der Zahnwurzeln die
Belastungsverhältnisse ausgeglichener sind – Ziel sollte immer die Einzelzahnversorgung sein, da diese die beste Prognose überhaupt hat.

Nachteile:

–operativer Eingriff notwendig
–kostenintensiv

Kosten:

Pro Implantat etwa 1000 bis 1300 Euro. Die später aufzusetzende Krone kostet etwa 1000 bis 1100 Euro; darin enthalten ist auch der individuell gefertigte Kronenpfeiler mit der Verschraubung für das Implantatgewinde (Abutment).
(Preise von 2002)

 
Implantate


I     – Implantatkörper
A    – Abtument
GS – innere Goldschraube zur Befestigung des individuellen Abutments an den            Implantatkörper
Z    – natürliches Zahnfleisch

 
Implantate


Keramische Verblendkrone (Pfeil) auf Implantat

 
Implantate


Eine große Lücke im Seitenzahnbereich ist mit einem Langzeitprovisorium versorgt (Pfeile). Eine weitspannige definitive Brücke soll wegen ihrer schlechten Prognose (… elastischer Unterkiefer „gegen“ starre Brücke …) vermieden werden; außerdem eignet sich der hintere Backenzahn wegen seiner starken Kippung kaum zur Verankerung einer Brücke. Stattdessen ist eine Einzelzahnversorgung mit Implantaten vorgesehen.

 
Implantate


Implantate unmittelbar nach dem Einsetzen

 
Implantate


Unterkiefer-Seitenzahnlücke – der hintere Zahn soll nicht für eine Brücke überkront werden, auf ihm befindet sich ein hochwertiges Onlay (Pfeil).

 
Implantate


Zustand nach Setzen des Implantates

 
Implantate


Implantate im oberen Seitenzahnbereich; eingesetzt in einen zuvor in die Kieferhöhle hinein augmentierten (= vergößerten) Knochen

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